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Schmuck-Bild Oscar-Romero-Preis 2010

Der Gewinner des Oscar-Romero-Preis 2010 steht fest

Abbildung: Bild

Die Verleihung des Preises findet statt im Rahmen der Romero-Tage am

Mittwoch 24. März um 19.30 Uhr im Saal der Stiftspfarrei

...AND THE WINNER IS... MediNetzBonn

MediNetzBonn e.V. erhält den Oscar-Romero-Preis 2010. Seit mehr als sechs Jahren vermittelt die kleine Bonner Initiative Menschen ohne Papiere an Ärzte, Therapeuten, Hebammen und Krankenhäuser. Dabei handelt es sich um Menschen, die keinen Zugang zu einer gesundheitlichen Versorgung haben, da sie in Deutschland als „Illegale“ gelten. MediNetzBonn hat ein heilberufliches Netz für eine kostenlose und anonyme medizinische, psychologische und zahnmedizinische Behandlung für Flüchtlinge ohne Papiere oder mit unsicherem Aufenthaltsstatus aufgebaut, das versucht die Menschen im Krankheitsfall aufzufangen.


Bisher konnte MediNetzBonn ca. 2.600 Mal vermittelnd tätig werden. Die Zahl der tatsächlichen Behandlungen liegt wahrscheinlich noch höher, da Folgebehandlungen, Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen sowie regelmäßige Sitzungen bei einer Psychotherapie sich oft über Wochen oder Monate erstrecken. Möglich wird dies durch ein Netz von rund 70 ärztlichen Praxen unterschiedlichster Fachrichtungen, sechs psychologischen Therapeuten, sechs Hebammen, eine Heilpraktikerin und eine Logopädin. Außerdem arbeiten fünf Krankenhäuser und fünf Labore mit MediNetzBonn zusammen.


Alle beteiligten Heilberufler arbeiten unentgeltlich. Dennoch entstehen z.T. erhebliche Kosten für aufwändige Diagnostik oder Medikamente, die die PatientInnen nicht selber bezahlen können, für Krankenhausaufenthalte, Operationen, die Betreuung von Geburten, Impfungen für Kinder etc. Diese werden ausschließlich aus Spendengeldern finanziert.


Ausgehend von der Überzeugung, dass Menschenrechte wie die auf Gesundheit, Schulbildung für Kinder, gerechten Arbeitslohn etc. auch für Menschen ohne gültigen Aufenthaltstitel zu gelten haben, weil sie über Fragen des Aufenthaltsrechtes stehen, beschränkt sich MediNetzBonn nicht auf die Beratungs- Vermittlungstätigkeit, sondern versucht durch politische Arbeit eine breitere Öffentlichkeit für diese Problematik zu schaffen.


Mit dem Oscar-Romero-Preis zeichnet der Förderverein des Bonner Oscar-Romero-Hauses Einzelpersonen und Initiativen aus dem Köln-Bonner Raum aus, die sich in überzeugender Weise für Ausgegrenzte und Entrechtete einsetzen. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert und wird in unregelmäßigen Abständen vergeben. Sein Namensgeber Oscar A. Romero, 1977 bis 1980 Erzbischof von San Salvador, bezahlte sein Engagement für an den Rand gedrängte und unterdrückte Menschen in seinem Heimatland mit dem Leben: Er wurde im März 1980 von einem Militärkommando am Altar erschossen.


Die Preisverleihung an MediNetzBonn findet am Mittwoch, 24. März, um 19.30 Uhr im Saal der Stiftspfarrei in Bonn (Kasernentraße 60) statt. Sie steht im Rahmen der „Bonner Romero-Tage“, die ein Bündnis von Bonner Gruppen und Initiativen aus Anlass des 30. Todestages von Oscar Romero veranstaltet.

 

 

AUSSCHREIBUNG

Der Bonner Förderverein Oscar-Romero-Haus e.V. schreibt den Oscar-Romero-Preis 2010 aus. Mit diesem Preis will er Einzelpersonen und Initiativen aus dem Köln-Bonner Raum auszeichnen, die sich in überzeugender Weise für Ausgegrenzte und Entrechtete einsetzen.

Der Namensgeber Oscar A. Romero, 1977 bis 1980 Erzbischof von San Salvador, bezahlte sein Engagement für an den Rand gedrängte und unterdrückte Menschen in seinem Heimatland mit dem Leben. Mit einem seiner bekanntesten Sätze machte er den Einsatz für mehr Gerechtigkeit gewissermaßen zu seinem Vermächtnis: „Mich könnt ihr töten, aber nicht die Stimme der Gerechtigkeit“, verkündete er – an Vertreter der salvadorianischen Armee gewandt – in einer seiner letzten Ansprachen. 1980 von einem Militärkommando am Altar erschossen, ist Romero längst zu einer Symbolfigur geworden für viele, die sich für Benachteiligte und Entrechtete engagieren. Am 24. März 2010 jährt sich sein Todestag zum 30. Mal.

Mit dem nach ihm benannten Preis will der Förderverein des Oscar-Romero-Hauses in Bonn beispielhaftes soziales Engagement auszeichnen, das sich einer eigenverantwortlichen politischen Praxis und der befreiungstheologischen Option für die Unterdrückten verpflichtet weiß. Weil wir besonders die Eigeninitiative fördern wollen, denken wir dabei weniger an Organisationen, die bereits in hohem Maße institutionell abgesichert sind. Mit unserem Preis möchten wir eher Einzelpersonen oder kleine Gruppen und Initiativen unterstützen und stärken, die auch mit geringen finanziellen und organisatorischen Mitteln einiges bewegen.

Der Preis ist mit 1000 € dotiert und wird im März 2010 voraussichtlich im Rahmen der „Romero-Tage“ verliehen, die anlässlich des 30. Todestages von Oscar Romero in Bonn stattfinden werden.

Initiativen und Einzelpersonen, die sich im oben beschriebenen Sinne Oscar Romeros engagieren, können sich entweder selbst bewerben oder aber von anderen vorgeschlagen werden.

Bewerbungen und Vorschläge können bis zum 31. Dezember 2009 gerichtet werden an:

Oscar-Romero-Preis, c/o Michael Steiner, Erftweg 25, 53129 Bonn.
Oder per e-mail an: oscar-romero-preis@web.de (Anhänge bitte nur bis max. 3 MB!)

Einige Fragen zur Hilfe bei der Bewerbung finden sich hier.

Ausschreibung als PDF

Für Rückfragen steht Michael Steiner vom Förderverein Oscar-Romero-Haus e.V. zur Verfügung: Tel. 0228 / 935 9077.


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