Dieses Jahr ermöglichten uns unsere Spender und Spenderinnen in Zusammenarbeit mit dem SCI (Service Civil International) eine internationale Jugendbegegnung zu organisieren: Elf TeilnehmerInnen aus sieben verschiedenen Ländern interessierten sich für das von uns ausgeschriebene Projekt, auf die neu isolierte Westfassade den Entwurf zu übertragen, der von den Vereinsmitgliedern die größte Zustimmung fand: Unser neues Wandbild.
Die technische Projektleitung übernahm unser Mitbewohner Achim, die pädagogische Leitung übernahmen Astrid und Christoph, ebenfalls ein Team von zwei BewohnerInnen aus dem Oscar-Romero-Haus. Durch den gemeinsamen freiwilligen Einsatz aller MitbewohnerInnen war es aber erst möglich, dass dieses Workcamp erfolgreich in angenehmer Atmosphäre durchgeführt werden konnte und mit dem äußerst gelungenen 30-jährigen Jubiläum unseres Hauses einen gebührenden Abschluss fand.
Auf dem Dachboden richteten sich die ausländischen Gäste gemütlich ein. Die Arbeit auf dem Gerüst wurde nach kurzer Einweisung zum Selbstläufer. Bald waren wir HausbewohnerInnen in der großen Dachküche zu Gast im eigenen Haus und eher Aushilfen beim Auftragen des Wandbildes. Die große soziale Kompetenz und Flexibilität der jungen Menschen hatte großen positiven Einfluss auf das Geschehen in diesen zwei Wochen und hinterließ seine Spuren. Das Studienangebot, welches die Gruppe während dieser Zeit begleitete, stand unter dem Thema "Alternatives Leben in Bonn", das selbstverständlich zu allererst die Geschichte und Kultur des Oscar-Romero-Hauses meinte. Außerdem besuchten wir das Demeter-Gut Ostler in Messdorf und ließen die TeilnehmerInnen bei einer Stadtrallye im Weltladen einkehren.
Der SCI schickte uns an einem Tag ein Team von Human Rights Messengers, das der Gruppe ein basales Menschenrechtstraining anbot. Bei den vielen sonnigen Tagen, die wir zusammen erlebten, gab es auch viel Freizeit, um entweder zur Ruhe zu kommen, oder gemeinsame Feste zu feiern. Dies geschah in lauen Nächten an der Sieg zum Schwimmen, wo wir mit den Fahrrädern hinfuhren, oder beim spontanen Tanzabend in unserem Garten.
Bei den fast idealen Verhältnissen, die wir während unseres Projektes genossen hatten, wurde uns an dem einzigen Regentag in diesen zwei Wochen die Arbeit eines Vormittags weggespült. Zwei Nächte zuvor sprühten Sprayer ein großes Graffiti quer über die ganze Fassade, zum Glück unterhalb unseres begonnenen Wandbildes. Vom Umgang mit solchen Widrigkeiten sollten wir nicht verschont bleiben. Wir ertrugen die Spannung, lösten die Probleme und beendeten die Arbeit termingerecht mit Stolz und Zufriedenheit auf das gemeinsame Werk.
Den BewohnerInnen des Oscar-Romero-Hauses hat dieses Projekt viel gebracht. Die Identifikation mit dem aussagekräftigen Wandbild, welches für die Geschichte und Kultur des Hauses steht, stieg. Das Zusammenwachsen der beiden Wohngruppen entwickelte sich und steigerte die Motivation zu weiteren gemeinsamen Projekten.
