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Schmuck-Bild Geschichte des Hauses

Die 20er Jahre: November-Revolution und Weimarer Republik

Im Zuge der Revolution, die in Bonn einen wohl einzigartigen Arbeiter-, Bürger- und Soldatenrat hervorbrachte, stürmten revoltierende Soldaten am 8. November 1918 zuerst das Militärgefängnis und dann die übrigen Gefängnisse. Vermutlich landeten viele der Frauen auf die ein oder andere Weise wieder im Frauengefängnis.

Die 20er Jahre brachten wesentliche Veränderungen im Strafvollzug an Frauen. Infolge des Gesetzes zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten von 1927 war die sogenannte "Gewerbsunzucht" kaum noch strafbar. Die betroffenen Frauen gehörten nun in den Bereich der Gefährdetenfürsorge. Schließlich wurde versucht, die sog. "geistig Minderwertigen", deren Zahl angeblich gerade unter gefangenen Frauen auffallend hoch war, aus dem Strafvollzug auszugliedern. In die Gefängnisse eingeliefert werden sollten nur noch diejenigen, die dort tatsächlich erzogen und positiv beeinflußt werden konnten.

Diese Reformen zeigen die Versuche zur Zeit der Weimarer Republik, einen modernen Strafvollzug zu entwickeln, bei dem der Resozialisierungsgedanke im Vordergrund stand. Das Bonner Frauengefängnis, das diesbezüglich als veraltet gelten mußte, wurde daher zum 1. November 1930 aufgelöst. Nach der Schließung der Frauenhaftanstalt plante die Bonner Caritaszentrale einen Umbau des Gebäudes zum Obdachlosenasyl. Stattdessen wurde das Haus 1933 von der Stadt der NSDAP überlassen, die es in den folgenden Jahren als Kaserne der Bonner SS nutzte.

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