Die männlichen Gefangenen aus dem Kantongefängnis wurden im 1864 erbauten Gefängnis hinter dem Landgericht untergebracht, die dort bisher in Gewahrsam genommenen Frauen sämtlich im Haus an der Viktoriastraße, das von nun an "Königliches Weibergefängniß" hieß.
Aufgrund der baulichen und sanitären Verhältnisse war eine spezialisierte Unterbringung und damit eine wirkliche Resozialisierung kaum möglich. Ohnehin beschränkte sich die Resozialisierung darauf, die Frauen wieder für den Arbeitsmarkt verfügbar zu machen.
Die Arbeit der Frauen im "Königlichen Weibergefängniß" bestand hauptsächlich darin, neben ihrer eigenen die gesamte Wäsche des Männergefängnisses zu erledigen. Dazu war bereits im Jahr 1892 der Anschluß des Hauses an die städtische Kanalisation beantragt und 1899 im Hof des Gefängnisses eine Waschküche gebaut worden.